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Mandalay

Mandalay und Umgebung

Zwischen Bagan und Mandalay liegen etwa sechs Stunden Autofahrt, eine Tagespassage oder mehr auf dem Ayeyarwaddy, 800 Jahre Geschichte mit verschiedenen Königreichen und eine historische Parallele, die kennzeichnend für Myanmar ist. Das Ende Bagans kam in Gestalt einer Invasion aus China im Jahr 1287, die den Untergang des Reiches beschleunigte. 1885 saß König Thibaw auf seinem Thron im Königspalast in Mandalay, als die Briten näherkamen, die Stadt schließlich einnahmen, und Thibaw nach Westen ins indische Exil verbrachten. Die Kolonialzeit ist seit 1948 vorüber, und in all den Jahren danach bis heute haben sich mehr und mehr Chinesen, aus Norden kommend, in Mandalay niedergelassen und stellen heute ein Drittel der Bevölkerung der Stadt. Das, und auch die zahlreichen historischen Sehenswürdigkeiten neben dem Nachbau des Palasts, machen den Reiz der Stadt aus, in deren Umgebung weitere, sagenhafte Bauwerke auf ihre Entdeckung warten.

Goldenes Kloster Mandalay
Goldenes Kloster Mandalay

Der Neubau des Königspalasts ist nur ein fader Nachgeschmack, verglichen mit der Geschichte, die Amitav Gosh in seinem „Der Glaspalast“ erzählt. Viel beeindruckender ist das Goldene Kloster zu Mandalay, das am Fuße des Mandalay Hill als einziges Bauwerk original erhalten geblieben ist – neben dem Löwenthron im Nationalmuseum in Yangon. Die kunstvollen Schnitzereien aus Teakholz, das Schlafgemach des Königs und die teilweise noch erkennbaren Reste des Goldbelags außen lassen erahnen, welche Pracht einst im gesamten Palast zu bestaunen war.

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Myanmar

Rund um Mandalay
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  • Berühmte U-Bein-Brücke im Sonnenuntergang
  • Ausflug ins geschichtsträchtige Mingun
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Unweit des Klosters hat mit der Kuthodaw Pagode auch das „größte Buch der Welt“ Eingang ins Guiness Buch der Rekorde gefunden, und es ist ein stiller Zeuge der Reformbemühungen der Konbaung-Dynastie, die sich von französischen und britischen Kolonialmächten an Myanmars Ost- und Westgrenzen eingegrenzt sah, und einen ähnlichen Kurs wie das damalige Siam verfolgte, aber die koloniale Besetzung dennoch nicht abwenden konnte. Die Umbenennung Siams in Thailand im Jahr 1939 hingegen geschah aus der Annahme heraus, das die westlichen Kolonialmächte die rückständigen Königreiche Südostasiens zivilisieren wollten, und heute ist Thailand das einzige Land Südostasiens, das den Namensbestandteil „Land“ im Namen trägt – ein Merkmal nationalstaatlicher Prägung. Das größte Buch der Welt aber sind Tafeln, auf denen der buddhistische Kanon, die Lehre, eingraviert wurde, nachdem in Mandalay noch kurz vor der kolonialen Besetzung ein Konzil mit buddhistischen Würdenträgern diesen Kanon bereinigte.

2500 Jahre vor der Gründung Mandalays erschien Buddha mit seinem Schüler auf dem Mandalay Hill, und prophezeite die Entstehung einer Stadt am Fuße des Hügels, 2500 Jahre nach seinem Tod. Diese Begebenheit wurde in Gestalt des „prophezeienden Buddha“, dem man auf halben Weg nach oben begegnen wird, nachgestellt, und entlang der vielen Stufen nach zum Gipfel bietet sich so mancher schöne Ausblick auf die Stadt und die Umgebung.

Blattgoldkünstlerin
Blattgoldkünstlerin

Ihre Arbeitsplätze sind heilig und dürfen daher nur barfuß betreten werden. Das Produkt, das sie herstellen, ist im ganzen Land begehrt und verehrt. Die Goldblattschläger(innen) von Mandalay produzieren täglich Unmengen des hauchdünnen Goldbelages, mit denen landesweit die Gläubigen an den Pagoden und Buddhafiguren ihre Reverenz bezeugen. Mandalay ist das Zentrum der Goldblattproduktion in Myanmar, und etliche Werkstätten befinden sich in der Nähe des Palastes, wo das Schlagen der Hämmer schon von Weitem zu hören ist, und den Touristen ein unvergleichliches Spektakel bietet. Die besonders Interessierten dürfen dann auch schon mal selbst den kiloschweren Hammer schwingen – müssen aber zuvor die Schuhe ausziehen.

Flußaufwärts, etwa zwei Stunden Fahrt mit dem Schiff entfernt, liegt Mingun, unvollständiges Zeugnis des Anspruchs, an diesem Ort die größte Pagode der Welt zu bauen. Ein Erdbeben beendete das Vorhaben vorzeitig, und übrig geblieben ist immerhin die größte Ziegelanhäufung der Welt. Gleich daneben läutet die größte noch klingende Glocke der Welt, und mit ihren 90 Tonnen ist sie ein wahrer Koloss. Mingun, am Westufer des Ayeyarwaddy gelegen, ist schon wegen der Schifffahrt dorthin einen Besuch wert.

Im Süden hingegen befindet sich das buddhistische Zentrum Myanmars, und der Sagaing Hügel mit seinen zahllosen Klöstern und Pagoden ist die Heimat der Mönche, der Nonnen und er buddhistischen Universität. Vom Gipfel des Hügels hat man einen wunderbaren Blick auf den Ayeyawaddy und das entfernt liegende Mandalay, während sich im Hintergrund das Shan-Plateau im Osten abzeichnet, und zu weiteren Abenteuern geradezu auffordert. Gleich gegenüber befindet sich die Insel Innwa, eine ehemalige Königshauptstadt, das heute immerhin noch ein wunderschönes Dorf mit Reisefeldern, Kutschen und einem imposanten Holzkloster ist.

Amarapura
Amarapura

Ganz in der Nähe liegt Amarapura, und die längste Teakholzbrücke der Welt dort ist allabendlich Ziel der Touristen und der Bevölkerung gleichermaßen, da sich zum Sonnenuntergang ein herrlicher Spaziergang auf der Brücke über den See geradezu anbietet.

Der Höhepunkt eines Aufenthalts in Mandalay ist auch hier die Fahrt in einem Ballon. Frühmorgens, wenn die Sonne über dem Shan-Plateau aufgeht, bietet sich ein spektakulärer Anblick auf Mandalay und die Umgebung, einem Ort, der Vergangenheit und Zukunft zugleich verkörpert.

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Über Tobias Esche

Der studierte Südostasienwissenschaftler, dessen Großeltern schon in Myanmar lebten, lernte die Sprache Myanmars und arbeitete im Rahmen eines Forschungsprojekts in Myanmar. Es folgten weitere Veröffentlichungen wie zum Beispiel der Reiseführer „Myanmar- Unterwegs im Land der weißen Elefanten“, erschienen beim Trescher Verlag. Tobias Esche lebt und arbeitet in Yangon.

Siehe auch

Monywa

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